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Mikroschadstoffe sind künstliche, aber alltägliche Substan- zen, die in niedrigsten Konzentrationsbereichen von Mikro- gramm oder gar Nanogramm pro Liter im Abwasser und teilweise auch in natürlichen Gewässern nachgewiesen werden können. Wir nehmen sie als Arzneimittel ein, verwenden sie als Zusatz in Anstrichen für Fassaden oder in Beschichtungen. Sie sind Bestandteil von Sport- oder Outdoorkleidung, kommen also praktisch überall dort vor, wo Menschen leben und arbeiten. Sie weisen in ihrem Transportverhalten ein breites Spektrum auf, d.h. liegen entweder gelöst oder adsorbiert an den Oberflächen feiner Partikel vor, sind persistent oder abbaubar.

 

Einige Mikroschadstoffe lassen sich bereits mithilfe konven-tioneller Kläranlagen aus dem Abwasser weitgehend elimi-nieren, eine 100-prozentige Entnahme oder ein vollstän- diger Abbau in schadlose Produkte ist aber auch mit zusätzlichen Verfahrensstufen nicht möglich.

 

 

Wie gehen wir also in Zukunft mit diesen Stoffen um?

 

Wie weit reichen die technischen Möglichkeiten von Klär- anlagen und welche Kosten sind damit verbunden?

 

Wie können wir darüber hinaus den Eintrag von Spuren-stoffen verhindern bzw. reduzieren, z. B. durch Substitution einzelner Inhaltsstoffe, auch vor dem Hintergrund des gel- tenden Verursacherprinzips, d.h. in letzter Konsequenz auch

welchen Beitrag kann j e d e r Einzelne zur Lösung des Problems leisten?

 

Im Januar 2016 startete das Forschungsprojekt „Mikro-Modell“ offiziell – dank der finanziellen Unterstützung durch die Deutsche Bundesumweltstiftung (DBU), das sächsische Umweltministerium (SMUL) und die GELSENWASSER AG kann nun ein Konsortium unter Federführung der Techni- schen Universität Dresden mit Abwasserunternehmen aus Plauen, Chemnitz und Dresden gemeinsame Unter-suchungen für die Gewässer Elbe, Chemnitz, Mulde und Weiße Elster initiieren, die einen substantiellen Beitrag zum zukünftigen Umgang mit Mikroschadstoffen auf lokaler regionaler Ebene leisten sollen.

 

 

Dafür wird ein Projektteam aus Hydrobiologen, Wasser-chemikern, Ökotoxikologen und Abwasserfachleuten, aber auch Medizinern, Ökonomen und Juristen vier Produkte entwickeln, die verschiedene Aspekte der Thematik betrachten, konzeptionell aufeinander abgestimmt sind und folgende Zielstellungen umfassen:

 

1. die Entwicklung eines Stoffflussmodells zur 
    Beschreibung 
d
es Eintrags von Mikroschadstoffen in die
     Gewässer,

2. die Erarbeitung eines Leitfadens mit Empfehlungen zur 
    lo
kalen und regionalen Minderung von Mikroschad-
    stoffen
,

3. eine Bestandsaufnahme rechtlicher Rahmenbeding-
    ungen und
Darstellung ihrer Handlungsspielräume sowie

4. eine transparente, zielgruppenorientierte Öffentlichkeits-

    arbeit, um Bürger, Verwaltung und Politik für das Thema

    zu sensibilisieren.

 

Vielen Dank den Förderern von MikroModell!

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