09.09.2018 - Tag der offenen Tür bei der Stadtentwässerung Dresden

Bei strahlendem Sommerwetter kamen viele Dresdner zum Tag der offenen Tür zur Kläranlage Dresden-Kaditz. Eine einmalige Gelegenheit für viele Gespräche zu Mikroschadstoffen und zum Projekt "MikroModell".
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15.06.2018 - Lange Nacht der Wissenschaften bei der    TU Dresden

Die Projekt-Kollegen des Instituts für Hydrobiologie der TU Dresden waren zur langen Nacht der Wissenschaften am Freitag, 15. Juni 2018, mit einem Stand vertreten.

Dr. Dirk Jungmann hielt einen Vortrag zum Thema "Wie verschmutzt sind unsere Gewässer?".

Hingucker waren die drei anschaulichen Toilettenmodelle ("Was gehört NICHT in die Toilette?"), die die Stadtentwässerung Dresden GmbH zur Verfügung gestellt hatte. Vielen Dank an alle beteiligten Kolleginnen und Kollegen.

Bildquelle: Jana Schneider

23.04.2018 - Fazit zur Dialog-Veranstaltung           "Medizin trifft Kläranlage" in Dresden

 

 

Unter der Überschrift „Medizin trifft Kläranlage“ trafen sich am 23. April 2018 in der historischen Siebscheibenhalle des Klärwerkes Dresden-Kaditz 130 Experten aus dem Medizin- und Wassersektor zum Dialog. Unter der Federführung des sächsischen Forschungsprojektes „MikroModell“ widmete sich der Dialog folgenden Fragen: Wie gehen wir mit dem steigenden Arzneimittelkonsum um? Was muss getan werden, damit Arzneimittel umweltfreundlicher und die Gewässer weniger belastet werden?

 

„Wirksame Eintragsminderungen lassen sich nur im Dialog mit der Pharmaindustrie über Forschung und Entwicklung, mit Ärzten und Apothekern und nicht zuletzt mit den Verbrauchern selbst erreichen“, ist die kaufmännische Geschäftsführerin der Stadtentwässerung Dresden, Gunda Röstel, überzeugt. Die Herausforderung der unerwünschten und nicht kontrollierbaren Folgen der Arzneimittelreststoffe in der Umwelt wird immer dringlicher vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und dem dramatisch steigenden prognostizierten Arzneimittelkonsum. Eine Studie des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) erwartet bis 2045 Steigerungsraten um bis zu 70 Prozent. Die Kläranlagen von heute mit einer 3. Reinigungsstufe lösen das Problem nicht bzw. nur teilweise bezogen auf einzelne Stoffgruppen. Aber auch eine 4. oder 5. Reinigungsstufe, die mit einem deutlich höheren

Energieverbrauch und daraus folgend mit erheblichen Kosten zulasten der Bürger

verbunden wäre, bieten keine 100-prozentige Lösung.

 

Dr. Florian Reißmann, Geschäftsführer der BDEW-Landesgruppe Mitteldeutschland, stimmt zu: „Bevor wir uns Gedanken über die Einführung weiterer Reinigungsstufen machen, sollten wir das Problem an der Wurzel packen und alles daran setzen, damit Medikamente richtig entsorgt werden. Wir brauchen eine Arzneimittel-Strategie, die sowohl die Hersteller als auch die Anwender und Verbraucher in die Pflicht nimmt. Es darf nicht sein, dass die Wasserwerke und Abwasserunternehmen zu Reparaturbetrieben unserer Gesellschaft werden und dafür auch noch die Kosten tragen."

Professor Peter Krebs, Institutschef der Siedlungswasserwirtschaft an der TU Dresden und Leiter des Forschungsprojekts „MikroModell“, sagt: „An erster Stelle sind im Sinne des Vorsorgeprinzips Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung an der Quelle anzustreben. Das schließt im weiteren Verlauf ergänzende Maßnahmen zum Schutz der Gewässer vor unerwünschten Folgen nicht  aus. Diese müssen aber mit und zwischen den Akteuren abgewogen und auf der Basis ökonomischer, ökologischer und sozialer Kriterien fair ausgehandelt werden.“

 

Alle Referenten machten deutlich, dass von der Aufgabe einer sachgerechten,

flächendeckenden Entsorgung von Restmedikamenten, über Forschung und Entwicklung im Pharmabereich bis zum sorgsamen Arzneimittelgebrauch noch viel zu tun bleibt. Gute Ansätze gibt es bereits, vom Entsorgungsmodell der Medikamentenrücknahme in Chemnitz oder Leipzig bis zum klinikübergreifenden infektiologischen Konsildienst sowie dem Einsatz von Stationsapothekern am Uniklinikum Dresden. „Im Interesse der Patientengesundheit, aber auch mit Blick auf Umwelt und Kosten, konnten wir am Uniklinikum Dresden den Medikamentenkonsum deutlich senken — allein durch die fachgerechte Beratung“, berichtete Professor Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand

des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden.

 

Nicht zuletzt ist der Bereich „Forschung und Entwicklung“ gefragt, besser abbaubare und umweltverträgliche Arzneimittelstoffe zu entwickeln. Unter der Überschrift „Benign-by-Design“, weckte Professor Klaus Kümmerer von der Leuphana Universität Lüneburg daher die Hoffnung, dass das Problembewusstsein in der Pharmaindustrie angekommen ist: „Wir forschen an Pharmazeutika, die sich leicht in der Umwelt von Bakterien abbauen lassen und sehen hier großes Zukunftspotenzial.“

 

Konkrete Ansätze zur Reduzierung des Eintrages von Arzneiwirkstoffen verfolgt auch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft. Mit Apothekerverbänden wurden Systeme zur Rücknahme von Altmedikamenten und bedarfsgerechter Konfektionierung erörtert. Weiteres Potential sieht das Ministerium darin, Ärzte durch Information über Umweltauswirkungen zu einer stringent bedarfsgerechten Medikamentierung anzuhalten. Deshalb bekam der Redebeitrag von Ministerialdirigent Ulrich Kraus viel Beachtung. „Ich freue mich über den offenen, kritisch-konstruktiven Dialog hier in Dresden. Genau das brauchen wir regional, national, aber auch auf europäischer Ebene. Dafür werde ich mich einsetzen!“, so Ulrich Kraus.

 

Die Gastgeber aus dem Forschungsverbundprojekt „MikroModell“ und des BDEW zogen ein erstes Fazit: Der Anfang für einen guten Dialog ist gelungen, nun kommt es auf die Fortsetzungen und konkrete Folgemaßnahmen an. Der Stakeholder-Dialog des Bundesumweltministeriums bietet hierfür eine wichtige Plattform.

 

Download des Programms:

Programm.pdf
PDF-Dokument [55.8 KB]

Vorträge zum Download (werden weiter vervollständigt):

 

BLOCK I: Den Mikroschadstoffen auf der Spur

 

Umgang mit Arzneimitteln – eine Herausforderung nicht nur für Patienten

Gunda Röstel, Stadtentwässerung Dresden GmbH & GELSENWASSER AG

2018_04_23_Einleitung_Roestel.pdf
PDF-Dokument [1.8 MB]

 

Arzneimittelrückständen auf der Spur: MikroModell – ein Verbundprojekt

Prof. Dr. sc. techn. Peter Krebs, TU Dresden, Institut für Siedlungs- und Industriewasserwirtschaft, Lehrstuhl Siedlungswasserwirtschaft

2018_04_23_Krebs_MikroModell.pdf
PDF-Dokument [1.8 MB]

 

Arzneimittelrückstände in Gewässern: Die rechtliche Perspektive

Prof. Dr. iur. Liv Jaeckel Technische Universität Bergakademie Freiberg,
Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insb. Technik und Umweltrecht

 

Entwicklungen, Nutzen und Kosten im Arzneimittelkonsum vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und Ideen für einen intelligenten Umgang

Prof. Dr. med. D. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden (UKD)

2018_04_23_Albrecht_UKD.pdf
PDF-Dokument [1.9 MB]

 

 

BLOCK II: Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Apotheker…?

 

Beratung bei Kombination von Medikamenten spart Kosten: Beispielprojekt UKD

Dr. Holger Knoth, Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA), Leiter Klinik-Apotheke UKD

 

Arzneimittel- und Impfstoffherstellung als Ausgangspunkt für Herausforderungen an die Abwasserbehandlung

Dr. Peter Schu, GlaxoSmithKline Biologicals, NL der SmithKline Beecham Pharma GmbH & Co. KG

2018_04_23_Schu_GSK.pdf
PDF-Dokument [1.0 MB]

 

Benign-by-Design – Konzept der grünen und nachhaltigen Pharmazie zum Schutz von Wasserressourcen

Prof. Dr. Klaus Kümmerer, Leuphana Universität Lüneburg

Politische Handlungschancen zur Vermeidung/Verminderung von Arzneimittelrückständen in der Umwelt

Ulrich Kraus, Abteilungsleiter im Sächsischen Staatsministerium
für Umwelt und Landwirtschaft

15.01.2018 - Lehrerfortbildung zu Abwasser und Mikroschadstoffen

Sechzehn sächsische Lehrer von Grund-, Ober-, Lernförder- und Berufsschulen informierten sich am 15. Januar 2018 über die Angebote der Stadtentwässerung Dresden GmbH (SEDD) zum Thema Gewässerschutz. Der Veranstaltungsort des Lehrer-Infotages war das Schülerlabor auf der Kläranlage Dresden-Kaditz. Es handelte sich um ein Angebot vom Landesamt für Schule und Bildung zur Lehrerfortbildung. Neben umfangreichen Informationen zur Abwasserbeseitigung und -reinigung ging es auch um das aktuelle Thema Mikroschadstoffe. Speziell dafür hat die SEDD Unterrichts-Lektionen für die Primar- und Sekundarstufe entwickelt. Den Schülern soll im Umgang mit alltäglichen Stoffen wie Kosmetik, Farbe, synthetische Fasern und Arzneimittel bewusst werden, welche Auswirkungen diese auf den Wasserkreislauf haben können.

Die Lehrer sprachen mit den Abwasserexperten über die mechanischen und biologischen Reinigungsverfahren, experimentierten mit Wasser und besichtigten das Klärwerk.

08.03.2017 - "MikroModell" auf 19. DAT in Dresden

Ein MikroModell-Team war auf der 19. Dresdner Abwassertagung zu Gast. Auf der Bühne stellten Anne-Kathrin Sundheim, Prof. Joachim Fauler, Dr. Dirk Jungmann und Prof. Peter Krebs in einem 20-minütigen Vortragsblock den derzeitigen Pro- jektstand vor.

 

Am Ausstellungsstand von "MikroModell" weckten die lebenden Daphnien (Wasserflöhe) das Interesse der Besucher.

 

Die Stadtentwässerung Dresden GmbH (SEDD) macht derzeit mit einer Kampagne "Kein Müll ins Klo" auf sich aufmerksam und begleitet dies u. a. mit einem Reim- wettbewerb und kurzen, witzigen Videoclips, die sich Konferenzbesucher am Stand von "MikroModell" anschauen konnten. Dass Medikamente nicht in die Toi- lette gehören, bedurfte dank des lebensgroßen Toilettenmodells der SEDD keiner weiteren Erklärung.

 

Vielen Dank für die Unterstützung an die Kolleginnen und Kollegen der Stadtent-wässerung Dresden GmbH!

04.11.2016 - 1. Zwischenbegutachtung  in Dresden

Nach dem offiziellen Projektstart vor neun Monaten fand am 4. November 2016 die erste Zwischenbegutachtung mit Fördermittelgebern und Projektbeirat statt.

18.01.2016 - Auftakt von "MikroModell" in Dresden

Über 70 Experten aus der Wasserwirtschaft, Verwaltung und Politik nahmen an der Auftaktkonferenz zum Verbundvorhaben "MikroModell" in Dresden teil.

Projektflyer zum Download
Faltblatt Mikroschadstoffe.pdf
PDF-Dokument [1.1 MB]
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